Bent Brenderup

Bent Branderup war langjähriger Schüler der Escuela Andaluza del Arte Equestre in Jerez de la Frontrera, die damals noch den Beinamen „Real“ (königlich) trug. Nach 2 Jahren der Ausbildung dort, mit abgeschlossenem Examen, suchte Herr Branderup noch weitere große Meister der klassichen Reitkunst auf, wie z.B. Salvador Sanchez, Nuno Oliveira und natürlich Egon von Neindorff.

Schließlich ließ sich Herr Branderup in Deutschland nieder und kam zu dem Pferd, bei dem er all sein erworbenes Wissen anwenden und verfeinern musste. Hugin, ein Knabstrupper-Hengst, dessen beide Sprunggelenke und dessen Krongelenk vorne links durch einen Unfall zertrümmert waren. Das Griffelbein hinten rechts war gebrochen, überlappt zusammengewachsen und durch die Teilstelle der Sehnen hindurch verknorpelt. Zu allem Überfluß wurde Hugin völlig blind. Herr Branderup baute Hugin mit durchdachten gymnastizieren Übungen auf und erreichte nach mühevoller Arbeit, dass er ein imposanter Hengst der hohen Schule wurde. Seitengänge, Galoppwechsel, Pirouetten, Piaffe, Passage, starker Trab, Schulsprünge über der Erde. All diese Lektionen wäre ohne den Halteapperat Muskulatur nicht möglich. Ein Beweis für den alten Lehrspruch: "Die Dressur ist für das Pferd da, nicht das Pferd für die Dressur!!!"

Wie kann man dies nun erreichen?
Bent Branderup, der als der beste Ausbilder unserer Zeit gilt, hat diverse Bücher (Die akademische Reitkunst, Reiten auf Kandare, Barockes Reiten nach F.R. de la Guirieniere, Renaissancereiten nach Pluvinel u.v.m) und etliche Videos (Ausbildungsvideos, Kunst der Könige usw.) herausgebracht. Das Fernsehen wie auch das Radio hat Reportagen über ihn gebracht. Dies zu Recht! Der gebürtige Däne ist eine außerordentliche Persönlichkeit mit einem schier endlosen Wissen. Zudem hält Herr Branderup immer wieder bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung in Warendorf Vorträge. Die FN hat in Zusammenarbeit mit Herrn Branderup eine Seminarzusammenfassung als Videokassette herausgebracht.

Er hat unzählige Pferde und etliche Reiter ausgebildet und diese bis zu höchsten Lektionen gefördert. Seine Schüler sind in allen Sparten der Reiterei und mit diversen Pferderassen erfolgreich.

Zur Homepage von Bent Branderup

Die Akademische Reitkunst nach Bent Branderup vereint bei der Zusammenarbeit von Pferd und Reiter das kulturelle Erbgut, das an den Fürstenhöfen und in den historischen Reitakademien der Renaissance gelehrt wurde mit den Erkenntnissen der modernen Biomechanik.

Die Akademische Reitkunst ist die Reitweise, die früher in den Akademien gelehrt und praktiziert wurde. Sie steht im Gegensatz zum Gebrauchsreiten, da sie keinen praktischen Zweck erfüllt. Da das Reiten und der Umgang mit dem Pferd keine überlebenswichtige Verwendung in unserem Leben haben, dürfen wir diese Beschäftigung als Kunst ausüben. Wir können uns Zeit lassen unsere körperlichen und geistigen Fähigkeiten im Umgang mit dem Pferd zu steigern und immer weiter zu verfeinern, und uns somit bemühen dem eigenen Pferd gerecht zu werden. Es ist ein System, das dem Freizeitreiter erlaubt sich selbst und das eigene Pferd bis zum höchsten Niveau auszubilden.
Zitat von Bent Branderup: Zwei Seelen wollen, was zwei Körper können.

DAS ZIEL:

Das große Ziel der Akademischen Reitkunst ist das einhändig gerittene Pferd. Die Arbeitshand ist frei, um eine Waffe zu halten. (Heute eher um mit dem Handy zu telefonieren).
Die Gerte wird dabei nach oben gehalten. Die einhändig geführte Kandare symbolisiert den Reichsapfel, die nach oben gehaltene Gerte das Zepter. Aus Demut vor der Reitkunst ist die Gerte aus Holz.
In der Akademischen Reitkunst sollen Pferd und Reiter zu einer gemeinsamen Harmonie gelangen, in Bahn und Gelände. Das Pferd lässt sich durch den Sitz und die Schenkel des Reiters führen und lenken. Die Zügel werden dabei in der schwächeren Hand gehalten. Durch das feine Annehmen der Zügel wird eine lockere und leichte Verbindung von der Zügelhand zum Gebiss hergestellt.
Dabei ist es wichtig, das Pferd zur freiwilligen Mitarbeit zu ermuntern. Um seine Stärken herausarbeiten zu können und um seine Schwächen zu verringern, ist ein gezielter Muskelaufbau des Pferdes erforderlich. Das Pferd soll, ohne Schaden an Körper oder Seele zu erleiden, den Reiter in allen Lektionen ein Leben lang tragen können.
Schwächen und Fehler werden immer zuerst beim Reiter gesucht und nicht beim Pferd. Somit ist der Reiter stets gefordert, an sich selbst zu arbeiten und über den Umgang mit dem Pferd nachzudenken.
Reitkunst findet für mich nicht in einer bestimmten Reitweise statt.
Reitkunst bedeutet Leichtigkeit in der Bewegung, ein Zusammenschmelzen von Pferd und Reiter.
So kann Reitkunst für mich sowohl in der Klassischen Dressur wie auch im Gangpferdebereich oder beim Westernreiten stattfinden.
Reitkunst ist Harmonie, Einklang und Leidenschaft, aber auch Gerechtigkeit dem Pferd gegenüber, nicht nur auf Shows, sondern auch beim Training zu Hause. Nur wer Reitkunst lebt, wird zur wahren Reitkunst gelangen.
Akademische Reitkunst heute bedeutet: altes und neues Wissen von der Reiterei über die Bewegung des Pferdes zu vergleichen und zu analysieren; wissenschaftliche Ergebnisse zu beachten; altes und neues Wissen zu hinterfragen; vieles aus Medizin, Forschung und Wissenschaft über das Pferd zu erfahren und zu lernen, damit man z. B. falsche, ungesunde Bewegungsabläufe frühzeitig erkennen kann.

Ausbildung des Reiters

Der Reiter durchläuft eine geistige, körperliche und irgendwann künstlerische Ausbildung mit dem Ziel in vollkommener Harmonie mit seinem Partner Pferd zu verschmelzen.

Zentrales Verbindungselement zwischen den beiden Partnern Pferd und Reiter ist der Sitz.

Körperliche Voraussetzung ist die Fähigkeit, im eigenen Körper loszulassen, um

  • das Pferd in seiner Bewegung nicht zu stören
  • um Informationen in Sitz, Schenkel, Hand zu sammeln
  • um Informationen über Sitz, Schenkel, Hand zu senden.

Angestrebt wird eine Kommunikation mit feinen reiterlichen Hilfen. Auf höheren Ausbildungsstufen wirken Reiter und Pferd wie ein eingespieltes Paar, das schwierigste Lektionen mit großer Leichtigkeit ausführt. Der Weg dorthin ist mit viel Geduld, viel Gefühl und großer Liebe zum Pferd verbunden.

 

 

"Mehr als jede andere Kunst ist die hippische mit den Weisheiten des Lebens verbunden. Viele ihrer Grundsätze können jederzeit als Richtlinien für das Verhalten im Leben dienen. Das Pferd lehrt den Menschen Selbstbeherrschung, Konsequenz und Einfühlung in Denken und Empfinden eines anderen Lebewesens - es fördert also Eigenschaften, die für unseren Lebensweg außerordentlich wichtig sind." Alois Podhajsky

 

Ausbildung des Pferdes

Ein Pferd, das von einem kundigen Akademischen Reiter geduldig vom Boden und vom Sattel ausgebildet oder korrigiert wird, kann seinen Reiter  bis ins hohe Alter ohne gesundheitliche Schäden bequem tragen.

 

 

Klassische Reitkunst

Klassische Reitkunst bedeutet für mich, das Pferd durch geregelte Bearbeitung mental und körperlich ins Gleichgewicht zu bringen. Die Übungen und Ausbildungsabläufe, die uns die alten Meister hinterlassen haben, passe ich individuell an die Natur des jeweiligen Pferdes an. Die Pferde gewinnen an Geschmeidigkeit, Kraft und Kondition, was sie in die Lage versetzt, den Reiter entspannt zu tragen und seinen Hilfen gehorsam zu folgen. Reitkunst, wie ich sie verstehe, erstrebt im Reiter wie im Pferd eine besonnene und konzentrierte Grundhaltung.